Gebärmuttervereiterung - Pyometra beim Hund


Was ist das?

 

Eine Pyometra ist eine Ansammlung von Eiter in der Gebärmutter. Die Pyometra ist die häufigste Erkrankung der Geschlechtsorgane der Hündin. Etwa ein Viertel der unkastrierten Hündinnen entwickelt bis zum 10. Lebensjahr eine Gebärmuttervereiterung.


 

Wie kommt es dazu?

 

 

Am Ende der Läufigkeit ist die Gebärmutterschleimhaut aufgrund des Einflusses von Östrogen in seiner Abwehrfähigkeit gegenüber Krankheitserreger herabgesetzt. Gleichzeitig ist jedoch der Muttermund für Keime noch passierbar. Es kann sich eine lokale Infektion entwickeln. Mit Ende der Hitze schließt sich der Muttermund wieder und die Abwehrkraft der Gebärmutterschleimhaut nimmt zu. Es kommt zur Bildung von Eiter, der sich in der Gebärmutter ansammelt. 

 

Ebenfalls ein häufiger Auslöser von Gebärmutterentzündungen ist die Behandlung von Hunden mit  Hormonen zur Verhinderung der Läufigkeit. Wenn die Medikamentengabe nicht exakt in der Phase der hormonellen Inaktivität der Hündin erfolgt, besteht gleichfalls die Gefahr aufsteigender Infektionen.

 

Bei "eigentlich" kastrierten Hündinnen kann die Pyometra als Komplikation auftreten, wenn im Rahmen der Operation die Eierstöcke unvollständig entfernt wurden und somit hormonell aktives Restgewebe im Körper verbleibt (Ovarian-Remnant-Syndrom). Die damit verbundene hormonelle Störung verursacht fast zwangsläufig eine so genannte Stumpfpyometra, also eine eitrige Entzündung des Gebärmutterrests, der bei einer Kastration übrig bleibt.


Im Zusammenhang mit vom normalen Sexualzyklus abweichenden Läufigkeiten und verstärkter Scheinträchtigkeit besteht ein erhöhtes Risiko zur Ausbildung einer Pyometra, da diese Symptome  auf eine hormonelle Störung z.B. Eierstockszysten hinweisen können.


Wann tritt sie auf?


Typischerweise entwickeln sich die Symptome etwa drei bis acht Wochen nach Ende der letzten Läufigkeit.


Wie äußert sich das?


Ein typisches Symptom ist das Auftreten von starkem Durst und vermehrtem Harnabsatz.

Die weiteren Symptome hängen auch davon ab, welche Form der Gebärmutter-Vereiterung bei der Hündin vorliegt.

 

Bei der offenen Form kann der Eiter über den geöffneten Muttermund abfließen. Der Ausfluss ist meist kakaofarben und übelriechend. Die Scheide ist deutlich geschwollen. Tiere mit dieser Form der Erkrankung säubern sich für den Beobachter auffällig häufig den Genitalbereich durch Belecken. Häufig leiden die Tiere zusätzlich an Durchfall u./o. Erbrechen.

 

Bei der geschlossenen Pyometra hingegen verbleibt der Eiter in der Gebärmutter. Meist erscheint der Bauch des Hundes aufgetrieben und ist schmerzhaft angespannt.

Diese Hunde sind meist deutlich in ihrem Allgemeinbefinden gestört und verweigern oftmals das Futter. Sie entwickeln Fieber und es kann zu einer schweren lebensbedrohlichen  Blutvergiftung kommen.


Was ist zu tun?

 

Eine akute Pyometra ist ein lebensbedrohlicher Notfall.

Durch die Bakterientoxine kommt es zur "Vergiftung" des Körpers.

Durch die starke Größenzunahme des Organs kann die Gebärmutterwand reißen und der Eiter ergießt sich in die Bauchhöhle.

 

Sollte Ihre Hündin einige Zeit nach der Läufigkeit plötzlich krank erscheinen und gar einen erhöhten Durst zeigen, so nehmen Sie bitte Kontakt zur Praxis auf. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto geringer ist die Komplikationsrate.


Wie wird die Diagnose gestellt?


Die Verdachtsdiagnose kann meist schon anhand des Vorberichtes und der klinischen Symptomatik  erfolgen. Die Absicherung erfolgt mittels Ultraschalluntersuchung.


Welche Therapieoptionen gibt es?

 

In den meisten Fällen ist die unverzügliche Kastration der Hündin angezeigt. Dabei werden Eierstöcke und die vereiterte Gebärmutter komplett entfernt.

Vorteil dieser Behandlungsmethode ist die sichere Entfernung der Ursache und die Verhinderung einer erneuten Erkrankung nach der nächsten Läufigkeit.


Eine andere Methode ist der Einsatz von Antigestagenen. Hierbei kommt es durch das eingesetzte Medikament zur Öffnung des Muttermundes und damit zur Selbstreinigung der Gebärmutter.

 

Nachteil dieser Methode ist die Tatsache, dass eine Sonderform der Gebärmutterentzündung, die glandulär-zystische Endometritis, durch diese Behandlung sogar verschlimmert werden kann.

Zudem wirkt Aglepriston nur im Metöstrus sicher. Bei vorhandenen Eierstockszysten und im Anöstrus dagegen nicht.

Im Anöstrus kann bei einer offenen Pyometra Prostaglandin eingesetzt werden.

Parallel werden bei beiden konservativen Methoden auch Antibiotika eingesetzt.


Eine alleinige Behandlung mit Antibiotika führt nahezu nie zum Behandlungserfolg.

 

25 % der nicht-chirurgisch behandelten Hunde entwickeln erneut eine Pyometra.


Kann man vorbeugen?

 

Eine sichere Prophylaxe bietet nur die Kastration der Hündin.
Ob eine Kastration bei einer gesunden Hündin angezeigt ist, ist eine individuelle Einzelfallentscheidung. Eine allgemeingültige Empfehlung kann es dazu nicht geben.


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Kommentare: 14
  • #1

    Tea (Mittwoch, 16 Mai 2018 08:36)

    Ich habe 2 Jahre alte Zwerg spitze sie hat vor eine Woche Gebermutter Entfernung gemacht viel lange kann sie leben? Ich hab im Internet gelesen nach dem diese Operation hunde leben mindestens 3 Jahre danke

  • #2

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Mittwoch, 16 Mai 2018 09:24)

    Da diese Erkrankung nur auf einer Entzündung beruht, hat der Hund eine ganz normale Lebenserwartung.

  • #3

    Franzi (Sonntag, 20 Mai 2018 11:41)

    Hallo... :)
    Meiner Hündin wurde vor zwei Tagen die Gebärmutter entfernt, sie ist geschätzt 15+ Jahre alt und kommt nun schwer aus der Narkose raus aber es wird besser.
    Nun habe ich gerade entdeckt das ihr weiterhin Eiter aus der Vagina läuft, gestern war es blutig.
    Sie ist antibiotisch abgedeckt und die Blutwerte waren gestern im Normbereich
    Muss ich mir Sorgen machen und lieber doch nochmal zum Bereitschaftsarzt oder ist das völlig normal?
    Lieben Dank für die Antwort.

  • #4

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Sonntag, 20 Mai 2018 19:24)

    Unser Blog ersetzt keinen Tierarztbesuch und ist auch nicht der Ratgeber für Einzelfälle.
    Normalerweise kommt allenfalls noch eine minimale Menge Eiter aus dem verbliebenen Stumpf als Ausfluss. In jedem Fall würde ich die operierende Praxis diesbezüglich kontaktieren.

  • #5

    Franzi (Montag, 21 Mai 2018 10:22)

    Lieben Dank für die Antwort.
    Natürlich ersetzt das keinen Tierarztbesuch aber die operierende Praxis hat leider keine Bereitschaft.
    Der Bereitschaftsarzt ist kontaktiert, ich soll beobachten.
    Heute ist es blutig ansonsten alles i. O.
    Ich beobachte weiter.
    Liebe Grüße und Danke. :)

  • #6

    Gitta ( Mittwoch 27.6.18 (Mittwoch, 27 Juni 2018 19:26)

    Meine Hündin Kira hatte Anfang April eine Gebärmutterentzündung. Sie bekam Spritzen , da eine Operation wegen sehr schlechter Nierenwerte nicht möglich war. Sie erholte sich sehr gut danach. Aber jetzt leckt sie sich wieder und blutet. Ist das wohl die normale Hitze bei ihr ? Oder muss ich befürchten das sie wieder eine Entzündung bekommen hat ? Sie frisst wie immer und verhält sich auch normal. Es ist hellrotes Blut wie bei einer normalen Hitze.

  • #7

    Gitta 27.6.18 (Mittwoch, 27 Juni 2018 19:52)

    Das schlimmste ist , wenn meine Kira wieder eine Gebärmutter Entzündung hat, kann ich ihr nicht mehr helfen. Kira war im vergangenen Jahr so krank, dass ich mein ganzes Erspartes dafür bezahlt habe. Es wäre ihr Todesurteil, weil ich kein Geld mehr für den Tierarzt hätte. Ich brauche unbedingt Hilfe. Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie sterben müsste! Gibt es irgendwo Hilfe ?

  • #8

    Carmen gazzah (Sonntag, 01 Juli 2018 07:17)

    Meine hündin ist am 29'7.18 0periert worden,ihr wurden die Gebärmutter und eiersstöcke entfernt, sie frisst aber nicht u.trinkt kaum,ligt das an der halskrause sie will kaum laufen ihr Alter 7Jahre,bitte um Antwort

  • #9

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Montag, 02 Juli 2018 09:24)

    Guten Morgen, bitte haben Sie Verständnis, dass ich hier zu konkreten Patienten, die ich nicht kenne, keine Stellung nehmen kann. Es können so viele Faktoren dafür verantwortlich sein. Ich würde das in jedem Fall von Ihrem Tierarzt klären lassen, bei Verdacht in jedem Fall auch eine Blutuntersuchung machen. Eine Pyometra ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die auch durchaus ein postoperatives Komplikationspotential birgt.

  • #10

    Chantal (Dienstag, 03 Juli 2018 12:21)

    Hallo,

    Meine Hündin ist jetzt im Urlaub läufig geworden wir sind an der Ostsee darf sie trotzdem ins Wasser oder lieber nicht wegen möglichen Entzündungen? Lg

  • #11

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Dienstag, 03 Juli 2018 12:23)

    Sicher darf die ins Wasser. Die hat sicher mehr Keime in der Maulhöhle als im Meerwasser sind.

  • #12

    Chantal (Dienstag, 03 Juli 2018 12:30)

    Danke für die rasche Antwort wäre für einen Goldi auch echt mies

  • #13

    Jenny (Mittwoch, 04 Juli 2018 12:53)

    Hallo, mein Mops Emma hatte letzte Woche den starken Eiter Austritt ca 3-4 Wochen nach ende der Läufigkeit. Waren beim Tierarzt, sie hat da einen starke Antibiotika Spritze bekomme und 8 Tage Antibiotika Tabletten. Diese sind seit gestern fertig. Der Austritt vom Eiter war fast vollständig weg und nun wird es wieder stärker.
    Wenn es morgen nicht besser wird dann gehe ich zum Tierarzt. Wollte jetzt bloß wissen ob es normal ist oder nicht.
    Lg

  • #14

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Mittwoch, 04 Juli 2018 16:12)

    In meinen Augen ist es nicht zielführend, eine Pyometra mit Antibiotika heilen zu wollen. Das gelingt nahezu nie.