Chemotherapie beim Hund - viel besser als ihr Ruf

Am Beispiel des Malignen Lymphoms


Wenn man als Tierarzt das Wort "Chemotherapie" ausspricht, schaut man meist in entsetzte Augen und erntet oftmals sofort ein Nein.

Warum ist das so?

Die Chemotherapie ist emotional sehr negativ besetzt, denn es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht schon mal in Kontakt zu jemanden getreten ist, der diese Prozedur durchmachen musste. Fast alle Menschen leiden in dieser Phase unter mehr oder weniger starken Nebenwirkungen.

Diese Tortur möchte man natürlich in keinem Fall seinem geliebten Hund zumuten.

 

Das ist auch keinesfalls in tierärztlichem Sinne und daher verfolgt die Chemotherapie beim Hund einen anderen Ansatz als in der Humanmedizin.


Das Ziel der Chemo beim Hund

 

Beim Menschen hat ganz klar die Heilung des Patienten oberste Priorität.

 

Bei unseren Patienten ist das Ziel aber ein anderes.

Unsere Priorität liegt in einer Lebensverlängerung bei guter Lebensqualität und minimalen Nebenwirkungen.

Die betroffenen Hunde sollen ihr Leben weiterhin genießen können. Dafür nehmen wir in Kauf, dass nicht zwingend eine Heilung eintritt.


Das Maligne Lymphom

 

Das maligne Lymphom ist ein bösartiger Tumor ausgehend von den Lymphozyten, einer bestimmten Sorte der weißen Blutkörperchen.
Diese finden sich vor allem in den Lymphknoten, der Leber und der Milz.

In selteneren Fällen können Tumorzellen das Knochenmark, die Haut, Nieren oder den Magendarmtrakt sowie die Lunge befallen.
Eine auslösende Ursache für diesen Tumor ist nicht bekannt, jedoch sind häufiger große Hunderassen betroffen.

 

Anhand der anatomische Lokalisation unterscheidet man verschiedene Formen:

 

1) das multizentrische Lymphom

alle tastbaren Lymphknoten, z.B. an der Kehle (s. Bild), an der Schulter oder in der Kniekehle sind stark vergrößert

 

2) das gastrointestinale Lymphom

der Verdauungstrakt ist betroffen

 

3) das mediastinale Lymphom

die Lymphknoten im Brustkorb oder der Thymus sind betroffen

 

4) das kutane Lymphom

die Haut ist als Organ betroffen

 

5) das extranodale Lymphom

der Tumor betrifft keine spezielle Lymphknotengruppe, sondern tritt unabhängig von Lymphknoten an unterschiedlichen Körperstellen auf


Welche Symptome treten auf?

 

Abhängig von der Lokalisation des Tumors variiert auch die Symptomatik.

 

Bei der häufigsten Form fallen in erster Linie an verschiedenen Körperstellen Knoten auf. Es handelt sich dabei um die stark vergrößerten Lymphknoten. Zu diesem Zeitpunkt geht es den Hunden meistens noch gut.

Bei anderen Formen kann auch nur ein starker Durst auffällig sein. In der Blutuntersuchung ist dann der Kalziumspiegel erhöht. Ist dies der Fall, so muss man auf die Suche nach dem Tumor gehen.

 

Andere Symptome können Durchfall, Erbrechen, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Husten, erschwerte Atmung, Hautveränderungen etc sein.


Wie wird die Diagnose gestellt?

 

Bei  Vergrößerung  der  Lymphknoten  kann  eine  sogenannte  Feinnadelaspiration  durchgeführt  werden.  Hierfür  werden  mit  einer  feinen  Nadel  Zellen  aus  dem  betroffenen  Lymphknoten  entnommen  und  mikroskopisch  untersucht.  In  den  meisten  Fällen  kann  so  der  Tumor  sicher  diagnostiziert  werden.  In  selteneren  Fällen  ist  eine  Entnahme  von  Gewebestücken  (Biopsie)  bzw.  eines  gesamten  Lymphknotens  notwendig. 
Das maligne Lymphom kann in einen B- und T-Zell-Typ eingeteilt werden, je nachdem welche Lymphozyten betroffen sind.  Lymphome  vom  T-Zell-Typ  sind  meist  schwieriger  zu  therapieren  und  die  Tiere  besitzen  eine  kürzere  Lebenserwartung.  Diese  Form  kommt  bei  ca.  15 %  der  betroffenen  Hunde  vor.  Eine  Differenzierung  von  T-  und  B-Zellen erfolgt ebenfalls anhand eines Feinnadelaspirats. 

 

Tumor-Staging


Zusätzlich  wird  untersucht,  wie  weit  fortgeschritten  die  Erkrankung  ist.  Das  heißt,  es  werden  Röntgenbilder  des  Brustkorbs  und  somit  der  Lunge,  ein  Ultraschall  des  Bauchraums  mit  besonderem  Augenmerk  auf  Leber  und  Milz,  sowie eine Blutuntersuchung und wenn nötig eine Knochenmarksuntersuchung durchgeführt. Dieser Vorgang wird als Tumorstaging bezeichnet. Es ist notwendig, da hiervon die Prognose abhängt, denn je weiter sich der Tumor bereits im Körper ausgebreitet hat, desto geringer ist im Allgemeinen die Lebenserwartung.


Wie sieht die Therapie aus?

 

Die Therapie der Wahl ist eine Chemotherapie. Da dieser Tumor sich über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreitet, ist eine chirurgische Entfernung des gesamten Tumors nicht möglich. Durch eine Chemotherapie werden die schnell wachsenden Tumorzellen effektiv abgetötet und zurückgedrängt.

 

Die Chemotherapie erfolgt in Zyklen, in denen verschiedene Medikamente im wöchentlichen Wechsel eingesetzt werden.

Alle Medikamente greifen in der Zellteilung ein, allerdings an verschiedenen Angriffspunkten. Eine Kombination verschiedener Medikamente erhöht das Ansprechen auf die Therapie und verringert die Gefahr von unerwünschten Wirkungen, weil man mit geringeren Dosen arbeiten kann.

 

Das in unserer Praxis üblicherweise verwendete Protokoll umfasst 4 Zyklen a 5 Wochen.

Ist der Tumor in dieser Zeit verschwunden = in Remission gegangen, so wird die Therapie nach diesen 4 Zyklen gestoppt.

 

Individuell werden aber auch aus unterschiedlichen Gründen andere Protokolle gewählt.


Welche Nebenwirkungen gibt es?

 

Allgemeine Nebenwirkungen:


Alle Chemotherapeutika zielen auf die Zerstörung von sich schnell teilenden Zellen ab. Damit wird gegen die Tumorzellen vorgegangen, aber auch gegen andere sich schnell teilende Zellen des Körpers. Diese befinden sich hauptsächlich im Magendarmtrakt und im Knochenmark.


Dementsprechend können alle Chemotherapeutika


a)   Übelkeit, Erbrechen und Durchfall

und
b)  eine Erniedrigung der im Knochenmark gebildeten Blutzellen hervorrufen.

 

Besonders eine Erniedrigung der weißen Blutkörperchen zeigt sich wegen ihrer natürlicherweise kurzen Lebenszeit häufig. Ist dies der Fall, wird die nächste Chemotherapie um einige Tage verschoben, damit sie sich regenerieren können. In unter 1% der Fälle ist die Anzahl der weißen Blutkörperchen so niedrig, dass die Tiere stationär aufgenommen werden müssen. 

 

Spezielle Nebenwirkungen:

 

Vincristin und Doxorubicin müssen streng intravenös verabreicht werde, da sie sonst schwere Gewebszerstörungen bewirken können. Daher muss der Venenkatheter perfekt sitzen.

 

Doxorubicin kann Herzrhythmusstörungen oder allergische Reaktionen hervorrufen.

 

Cyclophosphamid wird im Körper zu einem Stoff abgebaut, der blasenreizend ist und zu blutigem Urin führen kann

 

L-Asparaginsase kann selten zu allergischen Reaktionen führen.

 


Wie wird Nebenwirkungen vorgebeugt bzw. wie werden diese behandelt?

 

Je nachdem welches Nebenwirkungspotential ein Medikament besitzt, so wird zeitgleich zur Chemotherapie beispielsweise ein Medikament gegen Übelkeit oder Cortison bei Gefahr allergischer Reaktionen verabreicht.

 

Falls am Tag nach der Behandlung Erbrechen oder Durchfall auftreten sollten, so sind die Tierhalter mit allen Medikamenten bereits im Vorfeld ausgestattet worden, so dass die Nebenwirkungen schnell bekämpft und das Wohlbefinden des Patienten wieder hergestellt werden kann.


Wie ist die Prognose?

 

Die Lebenserwartung der Patienten mit malignem Lymphom variiert sehr stark.

 

Nicht oder lediglich mit Cortison behandelte Patienten verschlechtern sich meist innerhalb von 4-6 Wochen nach Diagnosestellung, so dass aufgrund fehlender Lebensqualität eine Euthanasie erforderlich wird.

 

Bei den mit Chemotherapie behandelten Patienten ist die Prognose für den größten Teil der Patienten wesentlich besser.

Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung ist nicht vorhersehbar, ob und wie der einzelne Patient darauf anspricht und wie lange die individuelle Überlebenszeit sein wird.

Es lässt sich aber sagen, dass bei etwa 95% der Patienten eine Remission des Tumors bereits nach 1-2 Medikamentengaben (sprich innerhalb von 1-2 Wochen) erfolgt.

 

Zu den Überlebenszeiten kann man in etwa folgende Angaben machen:

  • etwa 20% versterben im ersten halben Jahr, weil sie nicht auf die Therapie ansprechen oder der Tumor bereits unter der Therapie zurückkehrt
  • nach einem Jahr leben noch ca. 60 % der Patienten
  • nach 1,5 Jahren noch etwa 40 %
  • nach 2 Jahren noch 25-30 %
  • Ein Patient von 3 oder 4 Patienten lebt über 2 Jahre. Bei diesen Patienten ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Tumor zu Lebzeiten nicht mehr auftritt. Somit geht der Tumor bei ca. 20% in eine langfristige Remission. Die Patienten sind "geheilt".

Vereinfacht gesagt, ist es realistisch, das Hundeleben um ein Zwölftel bzw. ein Sechstel, bezogen auf eine durchschnittliche Lebenswerwartung von 12 Jahren, zu verlängern. Für ein Hundeleben schon eine recht lange Zeit.


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Kommentare: 37
  • #1

    Iris Görner (Dienstag, 27 September 2016 12:46)

    Ich kann nur sagen, daß ich die Chemotherapie beim malignen Lymphom für das Mittel der Wahl halte. Mein Hund hat es größtenteils gut vertragen und seine Lebensqualität war sehr gut. Das ist für uns Tierhalter ja ein wichtiger Aspekt. Wenn man über die Nebenwirkungen gut aufgeklärt wird kann man damit umgehen. Ich würde, was hoffentlich nicht nötig sein wird, immer wieder einer solchen Therapie zustimmen. Auch wenn mein damaliger Hund leider ein T-cell Lymphom hatte und er daran verstorben ist. Wichtig waren mir aber die Monate, die ich noch mit ihm verbringen durfte und es ihm dabei überwiegend sehr gut ging. Die Diagnose Krebs muß nicht das sofortige Ende bedeuten . . . und das ist so schlimm einen diese Nachricht trifft, wenigstens ein bisschen beruhigend.

  • #2

    Monika Zenner (Freitag, 30 September 2016 11:25)

    Auch bei unserem Terrier - Jack - wurde leider im April 2016 Lymphdrüsenkrebs festgestellt. Er sollte nur noch wenige Wochen zu leben haben. Frau Dr. Reuter empfahl eine Chemotherapie. Wie in dem Beitrag beschrieben, waren auch wir gegen so eine Art von Behandlung. Nach guter Beratung haben wir uns dann doch für eine Chemotherapie entschieden, die im April begann und im September 2016 endete. Schon nach der ersten Chemo waren die verdickten Lymphknoten nicht mehr zu tasten. Die Chemo schlug an und wir hatten somit die richtige Entscheidung getroffen. Es gab eigentlich nur eine Nacht mit Übelkeit, Erbrechen,...Aber auch diese Nebenwirkung bekam Frau Dr. Reuter in den Griff. Unserem Hund ging es während der Therapie wirklich gut. Wir haben dies mit vielen Videos und Fotos dokumentiert. Wir hoffen auf keinen Rückfall. Auf diesem Wege muss man auch erwähnen, wie tapfer unser kleiner Hund die Blutabnahmen, die vielen "Pikser" tapfer ertragen hat. Er wollte einfach LEBEN!!!
    Diese Erfahrungswerte geben wir auch gerne in einem persönlichen Gespräch weiter.
    Liebe Grüße an alle
    Familie Zenner und natürlich JACK

  • #3

    Dr. Bettina Reuter (Freitag, 30 September 2016 11:42)

    Jack ist wirklich ein Vorzeigepatient und er hat alles geduldig ertragen.
    Ich wünsche Ihm und seiner Familie, dass sie noch ganz viel Zeit miteinander haben und diese geschenkte Zeit voll auskosten.

  • #4

    A.Reuter (Montag, 05 Juni 2017 13:33)

    Minimale Nebenwirkungen?
    Bei uns leider nicht. Im September 2015 wurde bei meinem Wolfhund generalisierte geschwollene Lymphknoten entdeckt, im Oktober die furchtbare Diagnose: B Zell Lymphom. Auch ich bekam die wunderbaren Vorzüge der Chemotherapie in den leuchtensten Tönen beschrieben, angeblich ohne Nebenwirkungen.
    Alles Lüge. Schon während der ersten Infusion L Asperaginase und Vincristin ist mein Rüde fast kollabiert. Zwei Tage danach war er ein Wrack: 40 Grad Fieber, Erbrechen, wasserdünne stinkende Durchfälle, Apathie. Wieder zur Klinik, um den Hund überleben zu lassen.
    Die erste Chemogabe hat 280 Euro, die Behandlung der Nebenwirkungen 80 Euro gekostet. das Ganze hätte ein geschlagenes Jahr so gehen sollen.
    Ich habe diese Quälerei abgebrochen, mein Hund hatte danach noch drei gute Monate, im Januar 2016 musste ich ihn einschläfern lassen. Die Chemo hatte ihn so traumatisiert, dass er nie wieder einen Tierarzt an sich ranließ.
    Und: Ein Rüde der zeitgleich mit uns die Chemo begann, bei derselben Diagnose, und diese auch fortführte, starb zu Beginn 2016, noch früher als mein Hund, bei dem die Chemo abgebrochen wurde.
    Fazit: es ist ungeheuerlich, dass dieser Dreck der Pharmalobby es nicht nur in die Krankenkasse geschafft hat und seit 60 Jahren Menschen umbringt, sondern mittlerweile auch Tiere kaputtmacht.
    Niemals mehr würde ich einem Tier und auch mir selbst nicht eine solche Quälerei antun. Die Tierkliniken verdienen sich an Chemobehandlungen eine goldene Nase, kein Hurd wird durch eine Chemo geheilt, sondern das Leiden zugunsten des Egos des Besitzers verlängert.
    Die Tiermedizin wendet ihr elendes Cortison, ihre elenden Chemos an, weil sie nichts anderes hat.
    Chemotherapien sind systematische Zerstörung des Immunsystems mit Gift, Zytostatika wurden als Chemiewaffen eingesetzt. Die einzige Zukunft die die Krebstherapie hat, ist die Immuntherapie, und dahingehend sollte alle Forschung gehen. Auch in der Krebstherapie bei Tieren. Ich kann nur jeden warnen, bei seinem Tier eine Chemotherapie durchführen zu lassen.
    Da die Wissenschaft in Praxiseben immer noch auf demselben Stand wie vor 60 Jahren ist, und die neue bahnbrechende Immuntherapie für Ottonormalverbraucher nicht erhältlich, bedeutet das maligne Lymphom beim Hund das Todesurteil. Das muss man wissen und sich darauf einstellen.

  • #5

    Iris Görner (Dienstag, 27 Juni 2017 21:27)

    Warum so viel Hass? Vielen hilft dieser angebliche Dreck. Einigen leider nicht . Das ist auch in der Humanmedzin so. Solange uns Tierhaltern klar ist,daß nur in wenigen Fällen eine Heilung möglich ist und wir gut über die Nebenwirkungen informiert sind, sollte man jedem diese Entscheidung selbst überlassen. Wenn wir uns als Tierbesitzer entscheiden, unserem Tier diese Chance zu geben kann ich darin nichts schlechtes sehen. Ihre Erfahrung ist sicherlich negativ was aber nicht heißt, daß es immer so laufen muß. Darum kann ich nur sagen: ich würde meinem Tier diese Möglichkeit, ein lebenswertes Leben zu führen, immer wieder geben. Auch wenn ich weiß, dieses Leben wird wahrscheinlich nicht so lange währen, wie ich es mir gewünscht hätte. Die moderne Tiermedizin macht heute vieles möglich. Das alles als Dreck zu bezeichnen und Tierärzte als geldgierige Halsabschneider darzustellen, geht an der Wirklichkeit weit vorbei. Ich kann nur hoffen, daß Ihre negative Haltung dem Schmerz des Verlustes geschuldet ist.

  • #6

    Dr.Bettina Reuter (Mittwoch, 28 Juni 2017 10:30)

    Sehr geehrte Frau A. Reuter,
    das was Sie da beschreiben ist sehr bedauerlich. Aber alleine Ihre Preisangaben machen mich sehr stutzig, weil sie unmöglich korrekt sein können. Irgendetwas kann da nicht stimmen. Selbst wenn ein Wolfshund nur 40 kg wiegen würde (was ja eher das Doppelte sein kann), dann hätte die Chemo mit L-Asparaginase + Vincristin und den notwendigen Medikamenten zur Verhinderung von allergischen Reaktionen und Erbrechen (die selbstverständlich direkt bei der Chemo gegeben werden, damit es den Tieren nicht schlecht wird) und Intensivüberwachung, Infusionen etc deutlich über 800,- kosten müssen. Alleine die Asparaginase (reine Medikamentenkosten) kostet für 40 kg 661,-. Für einen Wolfshund mit einem höheren Gewicht natürlich entsprechend mehr.
    Ich weiß nicht, was Sie mit Ihren Hassreden bewirken wollen, aber Ihre Darstellung geben Sie überall zum Besten, wo es um Chemotherapie bei Tieren geht. Ich habe diesen Post auch schon an anderer Stelle im Internet gelesen!
    Alle Kollegen, die Chemotherapie durchführen, werden dies mit der notwendigen Sorgfalt und Aufklärung tun. Und wie hier auch beschrieben, gibt es Tiere, die nicht, kaum oder sehr gut ansprechen und im Glücksfall auch lange Überlebenszeiten bei GUTER LEBENSQUALITÄT (die steht hier an allererster Stelle und nichts anderes!!!) zeigen. Und alleine das rechtfertigt es in meinen Augen, den Hundebesitzern diese Behandlungsoption aufzuzeigen. Ob der Tierhalter diese beim Lymphom einzige Chance nutzen möchte, obliegt ihm letztlich selbst.
    Im Übrigen wird kein Tierarzt von der Pharmaindustrie gesponsort, Chemotherapeutika einzusetzen.
    Aktuell ist die Chemo die einzige evidenzbasierte Therapiemethode für das Lymphom des Hundes. Dass weitere Forschung bzgl. anderer Therapieformen notwendig und wünschenswert ist, ist unstrittig.

  • #7

    Annette König (Samstag, 17 Februar 2018 16:23)

    Ich lese mit großem Interesse die Posts und ich überlege, wann der richtige, für den Hund der richtige Zeitpunkt ist, ihn gehen zu lassen. Auch wir waren absolut gegen die Chemotherapie. Die Angst vor Quälerei, die eben anders als beim Menschen nicht diksutiert und verstanden und akzeptierend in Kauf genommen werden kann vom Hund (wohl von uns Menschen), das war undekbar. Und dann kam die Aufklärung, die Unterscheidung zwischen kurativ und palliativ und die Aussicht, bei guter Lebensqualität ein bisschen gemeinsame Zeit geschenkt zu bekommen. Und Theo geht es mit seiner Leukämie und der Chemo und den gleichzeitig verabreichten Übelkeitsmittel recht gut; nach der Infusion ist er zwei Tage richtig schlapp, aber er spuckt nicht und schläft viel. Meist am dritten Tag kommt er wieder im Leben an, frisst, hat blanke Augen, die Rute oben und fragt nach, wann es wieder ins Rudel geht... Allein - wann wird der richtige Zeitpunkt sein, ihn nicht länger halten zu wollen... sehe ich das? Kriege ich seinen Schmerz mit und kann diesen über meinen eigenen Schmerz und die Furcht vor dem Abschied stellen und wahrnehmen und ihm Rechnung tragen? Das ist mein Teufelskreis und manchmal werde ich vor Sorge fast blind. Trotzdem würde ich immer wieder diesen Weg der Chemotherapie gehen um nach der furchtbaren Diagnose ersteinmal zu Luft zu kommen. Und darauf hoffen, dass ich auch dann solch patente und empathische ÄrztInnen um uns herum habe. Alles Gute in die Runde!

  • #8

    Chrissy (Donnerstag, 22 Februar 2018 10:00)

    Bei unserem Hund wurde im Dezember die Diagnose Lymphom gestellt. Nach Auskunft unseres Tierarztes hätte er noch ohne Therapie 3 - 4 Wochen gehabt. Nach Weihnachten verschlechterte sich ihr Zustand dramatisch. Die Frage war, Chemo oder Euthanasie. Auf Anraten von unserem Tierarzt Dr. Lenhof, entschlossen wir uns für die Chemo. Ihr Zustand besserte sich von Tag zu Tag, die Lymphome gingen komplett zurück, die Blutwerte besserten sich und ihre Lebensqualität kam zurück. Gestern bekam sie nun die 2. Chemo und kämpft jetzt etwas mit den Nebenwirkungen. Wenn es wieder so gut verläuft wie letztes Mal, bin ich froh diesen Weg gegangen zu sein.
    Allerdings stellt sich auch mir die Frage, erkenne ich den richtigen Zeitpunkt wenn ich sie gehen lassen muss. Aber genau wie bei der Entscheidung ob Chemo ja oder nein, werde ich dann auch meinem Tierarzt vertrauen.

  • #9

    Maria 22.2.18 (Donnerstag, 22 Februar 2018 18:51)

    Bei unserem Buddy wurde auch das Lymphome diagnostiziert.Wir waren gestern in der Tierklinik Reutlingen. Man hat uns alles erklärt.Die Ärtzin fragte dann noch ob bei uns kleinere Kinder im Haus sind. Ja unsere Enkel.Sie hat uns dann erklärt dass den Kontakt meiden sollte.Meine Frage wie gefährlich ist das unser Labbi ist noch keine 4Jahre alt. Könnten wir da eine Antwort bekommen bitte. Vielen lieben Dank

  • #10

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Donnerstag, 22 Februar 2018 19:23)

    Vor der Frage, ob man erkennt, wann es für den Hund irgendwann einmal ein nicht mehr lebenswertes Leben ist, braucht man sich keine ernstlichen Sorgen zu machen. Wenn die Therapie nicht mehr anspricht und die Tiere abbauen und es irgendwann Zeit wird, Sie gehen zu lassen, so erkennt man das doch schon deutlich, wenn man sein Tier kennt. Natürlich kann es im Laufe einer Chemo Situationen im Zusammenhang mit Nebenwirkungen geben, wo es den Hunden auch mal wirklich richtig schlecht geht und sie vielleicht auch mal stationär bleiben müssen, aber das bekommt man doch in der Regel wieder in den Griff und sollte zunächst mal keinen Grund zur Sorge geben oder direkt zu einem Therapieabbruch führen. Ansonsten wird es von tierärztlicher Seite sicher angesprochen werden, wenn die Therapie keinen Sinn mehr machen sollte bzw. zu große Risiken bei Fortführung bieten sollte.

  • #11

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Donnerstag, 22 Februar 2018 19:40)

    Hallo Maria, zunächst mal sollte genau geklärt werden, ob es sich um ein chemobedürftiges Lymphom handelt. Es gibt auch seltene Fälle von sog. indolenten Lymphomen, die so wenig aktiv sind und mit dem die Hunde auch ohne Therapie sogar noch Jahre leben können. Hinweise darauf sind ein sehr langsames Größerwerden der Lymphknoten. Ansonsten muss man den Pathologen gezielt danach befragen wie "aktiv" die entarteten Zellen sind.
    Was die Gefahr durch Chemopatienten im eigenen Haushalt für die "Mitbewohner" angeht sind die Studien und Informationen extrem dünn gesät. In der Humanmedizin bekommen Sie null Aufklärung, ob Ehepartner, Kinder oder andere Personen bestimmte Dinge meiden sollten.
    Leben die Enkel permanent im Haushalt?
    Zunächst mal werden die Chemotherapeutika ja schon durch die Injektion in den Blutkreislauf extrem stark verdünnt, so dass schon das Blut selber nicht mehr so hoch konzentriert ist. Dann werden die meisten Wirkstoffe natürlich über den Urin wieder ausgeschieden. Man kann vermutlich davon ausgehen, dass nach 2 Tagen keine hohen Wirkstoffkonzentrationen mehr da sind. Es gibt Kliniken, die eine Chemo ablehnen, wenn Kleinkinder oder Schwangere im Haushalt sind, weil sie einfach kein Risiko tragen wollen.
    Die Tierklinik Hofheim schreibt dazu in Ihrem Infoblatt:
    Abbauprodukte von Chemotherapeutika werden in geringen Mengen mit allen Körperflüssigkei-
    ten ausgeschieden, dies allerdings in weitaus geringerem Masse als bei Menschen, die Chemotherapie erhalten. Ein „normaler“ Umgang mit Ihrem Hund ist jedoch nach heutigem Wissenstand unbedenklich. Sollte Ihr Hund Erbrochenes oder Exkremente im Haus absetzen, sollten diese mit Handschuhen und Zellstofftüchern aufgenommen und in die Toilette entsorgt werden. Nach Kontakt mit Speichel ist Händewaschen ratsam.

  • #12

    Maria (Freitag, 23 Februar 2018 10:45)

    Liebe Frau Doktor vielen Dank für die schnelle Antwort.Die Kinder leben nicht ständig bei uns täglich zum Essen.Wir werden uns noch mal mit der Tierklinik zusammen setzen .Nochmals herzlichen Dank.Maria

  • #13

    Chrissy (Sonntag, 25 Februar 2018 05:02)

    Was für unsere Akira anfangs so toll ausgesehen hat, führt nun zu ihrem Tod. Am Mittwoch bekam sie die 2. Chemo und es ging ihr gut. Gestern Abend ist sie dann an den Nebenwirkungen gestorben. Anfangs merkte man ihr Übelkeit an, dann kam Erbrechen und Durchfall hinzu. Infusionen halfen leider nichts mehr. Sie ist elendig gestorben.

  • #14

    Maria (Sonntag, 25 Februar 2018 14:59)

    Liebe Chrissy es tut mir wahnsinnig leid das zu lesen. Ich bin auch sehr in der Zwickmühle wenn ich das so lese .Klar man will das beste für sein Tier .Seien sie ganz fest gedrückt.Jeder der eine solche Diagnose hat zermartert sich das Gehirn ob man die Richtige Entscheidung trifft .Maria

  • #15

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Montag, 26 Februar 2018 09:12)

    Liebe Chrissy, das tut mir ebenfalls sehr leid das zu hören. Ich muss sagen, dass ich bisher (zum Glück) keine unkontrollierbaren Nebenwirkungen bei Patienten gehabt habe, die zum Tode geführt haben. Es waren durchaus bedrohliche Situationen dabei.
    WEnn ich lesen, dass es die 2. Chemo war, dann würde das beim CHOP-Protokoll eigentlich bedeuten, dass es die Endoxan-Tablettengabe war?! Da wären derartige Nebenwirkungen ungewöhnlich, denn da steht die Blase im Fokus der Nebenwirkungen. War es dann evtl. die Vincristingabe als 2. Infusion? Was immens wichtig ist, dass man IMMER eine Blutkontrolle vor der Chemo machen MUSS, um zu wissen, ob man sie überhaupt zum geplanten Zeitpunkt durchführen kann. Sollte die Neutrophilenzahl sich noch nicht wieder regeneriert haben, so muss verschoben werden, damit noch ein Mindestmaß an Abwehr vorhanden ist.
    Ein anderer wichtiger Faktor ist die exakte Dosierung. Immer anhand des aktuellen Körpergewichtes und ganz wichtig ist, dass im Gegensatz zu allen anderen Medikamenten bei denen in mg/kg Körpergewicht gerechnet wird, auf Quadratmeter Körperoberfläche dosiert wird. Ein winziger Rechenfehler kann fatale Folgen haben.
    Die Chemotherapie birgt definitiv Risiken, aber in der Regel haben betroffene Hunde nur so eine Chance, überhaupt noch eine Zeit mit uns verbringen zu können.
    Es gibt ja auch die Hunde, die nicht ansprechen, die die nur kurz ansprechen, aber eben auch die, die nach 2 Jahren oder noch länger noch leben. Leider gibt es keinen Indikator, der uns sagt wie es bei dem uns vorgestellten Hund laufen wird.

  • #16

    Chrissy (Mittwoch, 28 Februar 2018 17:01)

    Unsere Akira hat eine Infusion bekommen. Leider habe ich den Namen der Chemo nicht mehr. Es war die Gleiche wie beim ersten Mal und auch die gleiche Menge. Es schien ja auch alles gut zu laufen. Der 1,5 Tag in dem die Nebenwirkungen auftreten, war vorbei. Dann kam Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Genauso wie Frau A. Reuter es beschrieben hat. Wirklich kein schöner Anblick und auch kein guter Geruch. Am nächsten Morgen bekam sie dann eine Infusion, Antibiotika und etwas gegen den Brechreiz. Es griff nichts mehr. Abends nochmals Infusion. Leider umsonst. Wenn ich gewusst hätte, dass wir keine Chance mehr haben, hätte ich sie morgens schon erlöst. So hatte mein Mädchen noch einen ganz schlimmen Tag.

  • #17

    Andrea (Freitag, 02 März 2018 22:07)

    Meine Hündin ist 14 Jahre alt. Sie hustet in letzter Zeit oft und hat 4 Wochen lang Antibiotika bekommen. Der Husten ist noch immer nicht weg und da ihre Lymphknoten total geschwollen sind, hat der Tierarzt heute einen Verdacht auf Lymphom geäußert. Er hat Proben aus den Lympknoten entnommen und am Montag sollten wir das Ergebnis haben. Als ich nachgelesen habe, was das für eine schwere Krankheit für Hunde ist und das einige nach der Diagnose nur noch Wochen zu leben haben, ist eine Welt für mich zusammengebrochen. Wäre es überhaupt ratsam, bei einem Hund in diesem Alter eine Chemotherapie zu versuchen? Würde sie nicht unnötig mit den Nebenwirkungen quälen wollen. Danke!

  • #18

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Samstag, 03 März 2018 10:54)

    Nochmal zu Chrissie. Die gastrointestinalen Nebenwirkungen von Vincristin, welches in der 1. und 3. Woche eines Chemo-Zyklus verabreicht wird sind selten so schwerwiegend, dass sie nicht therapierbar sind. Was möglich ist, dass bei Ihrem Hund ein sog. paralytischer Ileus aufgetreten ist.
    Dabei handelt es sich um einen Darmverschluss aufgrund mangelnder Darmaktivität, sozusagen eine neurologsiche Nebenwirkung. Beim paralytischen Ileus ist die Sterberate die größte, da die von Bakterien produzierten Giftstoffe zu schweren Organschädigungen führen.
    Ansonsten sind die Magen-Darm-Nebenwirkungen bei der Chemo wirklich ganz gut kontrollierbar.

  • #19

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Samstag, 03 März 2018 12:57)

    Hallo Andrea.
    ein Lymphom ist eine Erkrankung, die eben den ganzen Körper betrifft und daher eben auch am besten über eine Chemo angegangen werden kann.
    Es geht genau darum, dass wir begleitend ja alles tun, dass sich der Hund eben nicht mit Nebenwirkungen quälen muss, sondern dass sie möglichst im Vorfeld verhindert werden. Zudem vertragen Hunde die Chemo eben auch deutlich besser, weil wir mit geringeren Dosen arbeiten als beim Menschen.
    Ob man bei einem alten Hund ein volles CHOP-Protokoll durchzieht, muss man anhand anderer Begleiterkrankungen und der allgemeinen Fitness des Einzelfalles entscheiden. Es gibt aber auch immer WEge irgendwo zwischen nichts machen und nur Cortison. Man kann beispielsweise auch nur ein Medikament als Tablettenchemo einsetzen. Dann muss der Hund nur zu regelmäßigen Blutkontrolle in die Praxis. Das ist weniger effektiv als ein volles Protokoll, aber oft mit längeren Überlebenszeiten verbunden als Cortison alleine.
    Man kann solche Entscheidungen nur im Einzelfall und nicht als generelle Aussage treffen.
    Wir hatten einen über 15 Jahre alten Hund, der so dicke Halslymphknoten hatte, dass er kaum Luft bekam. Mit den Tabletten konnten wir die Größe zu eindämmen, dass es ihr gut ging und sie noch ein halbes Jahr Lebenszeit geschenkt bekam.

  • #20

    Darija (Mittwoch, 11 April 2018 23:20)

    Ich finde die Beiträge sehr interessant und traurig zugleich.. bei meiner 1 Jahr 3 Monate jungen Hündin wird morgen eine Biopsie gemacht! FNA, Römtgen der Lunge und des Bauchraumes, da Berdacht auf ein Lymphom besteht! Sie hat Golfball große Lymphknoten in den Oberschenkeln .. habe es leider erst vor 4 Tagen bemerkt! Bin in der Vetmeduni in Wien! Ich hoffe so sehr sie hat doch nichts � gerade mal über ein Jahr ist sie doch erst ...

  • #21

    Uli (Mittwoch, 18 April 2018 21:50)

    Guten Abend. Bei meinem 7 jährigen Malteser wurde mitte Januar 2818 durch eine Feinnadelbiopsie malignes Lymphom high grade festgestellt. Er hatte nur ein Lymphknoten vor der Schulter vergrössert. Hatte ansonsten keine Symptome. Beim Stagin war auch alles prima. Überhaupt keine Auffälligkeiten. Er war in top Form. Dann wurden wir vor die Wahl gestellt, Gar nichts machen, Cortisonbehandlung mit evtl. 3 Monate Lebenszeit oder Chemo. Ich habe mich erstmal mit Pet Biozell in Verbindung gesetzt ob eine Immuntherapie gemacht werden könnte. Diese rieten mir aber eher erst zur Chemo. Also haben wir uns für die Chemo entschieden. Wir wollten das unser Hund der putzmunter war eine Chance geben. Er wird nach dem Chop Protokoll therapiert, 3x 3 Wochen Chemo. Er ist Ende dieser Woche damit durch. Ihm gings die ganze Chemotherapie super. Er hatte keinerlei Nebenwirkungen. Spielte wie ein junger Welpe. Das einzigste was mich etwas stutzig macht ist, das dieser Lymphknoten wieder etwas vergrössert ist. Und das während der Chemo? Bin mir nun nicht sicher ob es gut ist, jetzt die Therapie zu beenden. Wir würden auch die Chemo verlängern, eben weil er sie so gut verträgt. Nur die Klinik meint das alles ok wäre und wir nicht weiter machen brauchen. Kann es ein schlechtes Zeichen sein wenn der Lymphknoten während der Chemo ( sind jetzt im 3. Block 3. Behandlung ) anschwillt?

  • #22

    Uli (Mittwoch, 18 April 2018 22:35)

    sorry, meinte natürlich Januar 2018 ;-)

  • #23

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Montag, 23 April 2018 12:05)

    Wenn ein Hund unter der Therapie ein Rezidiv bekommt (spricht zuerst waren alle Lymphknoten wieder normal groß und dann wir wieder einer oder mehrere groß), dann wirkt die Therapie nicht mehr optimal bzw. der Tumor spricht nicht mehr gut an. Nicht zwangsläufig alle Medikamente, aber eines oder mehrer wirken nicht gut. Daher sollte man nicht das gleiche Protokoll weiterführen, sondern muss die Therapie umstellen und eines oder mehrer Medis ersetzen.
    Leider muss man aber sagen, dass die Hunde, die unter Chemo schon ein Rezidiv bekommen keine gute Prognose haben, dass man das Lymphom lange kontrollieren kann.

  • #24

    Anett (Sonntag, 20 Mai 2018 14:17)

    Hallo zusammen
    Unsere 14 jährige laika bekommt seit 4 Wochen Chemotherapie und es geht ihr mittlerweile besser.
    Wie sieht das beim begleitenden Menschen aus?
    Mit dem Urin Speichel und kot.
    Wie lange nach der Infusion ist es gefährlich?
    Was ist mit Kindern, dürfen die nicht mehr Kuschel?
    Und was ist mit dem 2. Hund im Haus?
    Grüße und danke für eine Antwort

  • #25

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Sonntag, 20 Mai 2018 19:21)

    Hallo Anett, das habe ich weiter oben bereits einmal beantwortet.
    Was die Gefahr durch Chemopatienten im eigenen Haushalt für die "Mitbewohner" angeht sind die Studien und Informationen extrem dünn gesät. In der Humanmedizin bekommen Sie null Aufklärung, ob Ehepartner, Kinder oder andere Personen bestimmte Dinge meiden sollten.
    Zunächst mal werden die Chemotherapeutika ja schon durch die Injektion in den Blutkreislauf extrem stark verdünnt, so dass schon das Blut selber nicht mehr so hoch konzentriert ist. Dann werden die meisten Wirkstoffe natürlich über den Urin wieder ausgeschieden. Man kann vermutlich davon ausgehen, dass nach 2 Tagen keine hohen Wirkstoffkonzentrationen mehr da sind. Es gibt Kliniken, die eine Chemo ablehnen, wenn Kleinkinder oder Schwangere im Haushalt sind, weil sie einfach kein Risiko tragen wollen.
    Die Tierklinik Hofheim schreibt dazu in Ihrem Infoblatt:
    Abbauprodukte von Chemotherapeutika werden in geringen Mengen mit allen Körperflüssigkei-
    ten ausgeschieden, dies allerdings in weitaus geringerem Masse als bei Menschen, die Chemotherapie erhalten. Ein „normaler“ Umgang mit Ihrem Hund ist jedoch nach heutigem Wissenstand unbedenklich. Sollte Ihr Hund Erbrochenes oder Exkremente im Haus absetzen, sollten diese mit Handschuhen und Zellstofftüchern aufgenommen und in die Toilette entsorgt werden. Nach Kontakt mit Speichel ist Händewaschen ratsam.

  • #26

    Frieda (Freitag, 03 August 2018 20:45)

    Ich habe letztes Jahr ebenfalls eine Chemo bei meinem Hund durchführen lassen, Kosten 5,5 T€.
    Trotz aller Hoffnung kam das Lymphom zum Ende der Therapie zurück. Während der Behandlung waren die Blutwerte oft sehr schlecht, auch Lebens bedrohlich. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Die 5 Monate Behandlung waren aber für das Tier eine echte Quälerei.
    Ich würde eine solche Therapie nie wieder durchführen lassen.
    Gewinner sind tatsächlich nur die Praxen und die Pharmaindustrie.
    So schwer die Diagnose auch zu sein scheint, besser dem Hund die Therpie ersparen, denn für ihn ist die ganze Zeremonie nur eine Quälerei, auch wenn er das nicht immer zum Ausdruck bringt.

  • #27

    Katja (Dienstag, 21 August 2018 14:55)

    Wir haben bereits 2 Chemos bei Frettchen wegen Lymphom durchgeführt, beide Male mit prinzipiell gutem Erfolg, beim ersten Mal, in 2014, war es extrem teuer mit ca. 6.500€, die zweite in 2016 war dann schon weit günstiger mit etwa 2.500€.
    Die erste Chemo konnte leider nur noch etwas Lebensqualität erbringen, was aber bereits ein unglaublicher Erfolg war, die zweite Chemo bei einem weiteren Frettchen erbrachte zwar keine Heilung, aber nahezu, der Rüde hatte dadurch noch 1,5 Jahre geschenkt bekommen und verstarb schlussendlich an einem Herzfehler.
    Wir behandelten nach dem TUFT's Protocol und hatten, außer mit sehr moderater Übelkeit und seltenem Tumorfieber bei der ersten Chemo, nie mit Nebenwirkungen zu kämpfen.
    Vorkommentatoren, die aufgrund von 1 gemachten Erfahrung, die schlecht und wohl sicherlich auch traumatisch war, eine Chemo nun konsequent ablehnen, haben aber leider weder die Funktionsweise von Chemotherapeutika erfasst, noch ausreichend medizinisches Wissen sich angeeignet, um Medikamentennebenwirkungen von Krankheitssymptomen abgrenzen zu können, was aber eben nicht unwichtig ist.
    Auch ist es möglich, dass gar nicht die ursprüngliche Erkrankung, oder eines der verabreichten Medikamente ursächlich für den erfolgten Tod waren, weshalb ich grundsätzlich jedes Tier in die Pathologie gebe, damit genau das ergründet wird: die wahre Todesursache.
    Eine Abholung und Kremierung durch einen Tierbestatter ist dann immer noch möglich.

    Falls der Kommentator Uli hier noch liest: Eine Vergrößerung der Lymphknoten kann, auch unter Chemo, einfach bedeuten, dass der Körper mit einem Infekt kämpft. Dafür sind die Lymphknoten ursprünglich gedacht, sie sind Teil des Immunsystems, das ja unter Chemo reduziert ist, also stärker auf Infekte reagiert, als möglicherweise der gesunde Körper. Manchmal muss man deshalb während einer Chemo auch noch ein Antibiotikum geben.

  • #28

    Uli (Montag, 03 September 2018 16:12)

    Wir haben nach der Chemo, im mai 2018, den Lymphkonten entfernen lassen. Er war vollständig tumorös. Danach haben wir noch eine Immuntherapie gemacht. Leider Ist vor drei Wochen der nächste Lymphknoten vergrössert. Die Feinnadelbiopsie zeigt zwar fast nur lymphatische Zellen, aber das Labor hegt trotzdem den Verdacht eines Rezidivs. Seit einer Woche bekommt er nun Kortison. Der Lymphknoten ist um die hälfte wieder geschrumpft. Sein Allgemeinbefinden ist immer noch super. Seit der Op wissen wir auch das wir mit einem T Zell Lymphom zu tun haben. Nun sagte mir heute der Arzt das man noch Asparaginase geben könnte, als Alleintherapie, kostet eine Injektion 800€. Puuuuuh..... wir sind jetzt schon bei 7000€ angelangt. Was soll man noch tun? Dem Hund geht es bis dato ja prima

  • #29

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Montag, 03 September 2018 16:29)

    Wenn die Lymphknoten wieder größer werden, dann hat der Hund ein Rezidiv. In der Regel beginnt man dann wieder mit der Chemo. Je nachdem wie lange die Remission gedauert hat mit dem alten oder einem sog. Rescue-Protokoll.
    Unter Cortison werden die Lymphknoten in aller Regel auch kleiner, jedoch verschlechtert es das Ansprechen auf eine Chemo. Die Asparaginase alleine wird keinen Zugewinn bringen. Aufgrund der Tatsache, dass es nur noch synthetische Asparaginase gibt ist der Preis extrem gestiegen und daher wurde die Asparaginase aus fast allen Chemo-Protokollen gestrichen.

  • #30

    Uta (Montag, 17 September 2018 22:11)

    Unser Simba ist 13,5 Jahre alt. Im Februar 17 wurde ein Lymphom diagnostiziert, die Chemo im Oktober 7 beendet. Nun, nachdem er ein wirklich gutes Jahr gehabt hat, tasten wir wieder verdickte Lymphknoten, er wird merklich schwächer, und auch sein Bewegungsapparat leidet sehr durch HD. Er wirkt dennoch zufrieden. Was können wir nun tun? Gibt es so etwas wie eine Auffrischungsbehandlung? Oder heisst es jetzt abzuwarten - und wie sähen dann seine letzten Tage/Wochen aus?

  • #31

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Dienstag, 18 September 2018 10:15)

    Man kann bei einem Rezidiv wieder mit der Chemo beginnen. Am besten zeitnah mit dem behandelnden Kollegen in Verbindung setzen.

  • #32

    Sabine (Freitag, 02 November 2018 04:46)

    Hallo,
    meine Labrador Hündin Eika hatte die Diagnose B-Lymphom 1 Jahr nach einem Mastzelltumor erhalten. Das war im Oktober 2016 und im November haben wir das große Chemoprotokoll gestartet und komplett trotz Nebenwirkungen abgeschlossen.
    Zum damaligen Zeitpunkt bekam ich wenig Unterstützung von meinem Tierarzt bez. der Nebenwirkungen und Eika ging es schon immer 3-4 Tage schlecht, einmal auch extrem mit massiven Darmblutungen nach MTX Gabe. Dann habe ich abgebrochen. Wir waren damals schon im 2 Wochen-Abstand.
    Ich habe mich dann für PetBioCell entschlossen und das war für Eika eine tolle Sache.
    Sie war wieder mein Hund und hatte Freude am spielen....
    Ich glaube wir hatten über ein halbes Jahr die Zellen gespritzt, als erste Lymphknoten wieder zu ertasten ware. Zusätzlich habe ich Eika Curcumin gegeben mit einem speziellen Activator. Ich habe nach jeder Möglichkeit gegriffen, ihr zu helfen und wurde auf die Misteltherapie aufmerksam.... aber leider habe ich diese nicht machen können, weil Eika nach der letzten Zell-Gabe eine massive Entzündung am Bauch bekommen hatte, das Immunsystem extrem reagierte und ich dann ein Rescue-Protokoll erhalten habe.
    Diesesmal haben wir super Unterstützung bekommen, bezüglich der Gabe von Medikamenten, damit die Nebenwirkungen so gering wie möglich gehalten werden.
    Eika reagierte aber hier auch wieder und wir konnten keine wöchentliche Gabe machen. Das Wohlbefinden meiner Maus war mir wichtiger, sie sollte noch eine Lebensqualität haben.
    Anfangs ging es gut, die Blutwerte waren in Ordnung, aber dann reichte der 14 Tage Abstand nicht mehr, die Lymphknoten wurden mehr und ich hatte die Befürchtung wird befinden uns langsam auf den Weg für die endgültige Entscheidung Eika zu erlösen.

    Immer wieder hat sie sich aufgerafft und gekämpft und leider musste ich sie jetzt nach 2 Jahren erlösen lassen. Der schwertste Gang in meinem Leben, für das wichtigste in meinem Leben.
    Eika zeigte mir sehr deutlich, Frauchen ich kann nicht mehr. Es stimmt, wer seinen Hund kennt, weiß, wann es Zeit ist aufzuhören.

    Ich denke viel derzeit nach, hätte ich etwas anders gemacht, wäre es nicht so weit gekommen ..... habe ich falsch entschieden,...
    ich werde es nicht erfahren....
    den letzten gemeinsamen Weg sind wir gegangen und ich habe noch 2 Jahre nach Diagnose mit meiner Maus haben dürfen.

  • #33

    Frank (Samstag, 03 November 2018 14:51)

    Erstmal vielen Dank für eure Postings welche mir schon geholfen habeb mich zu Informieren.
    Bei meinem 12 Jahre alten Jack Russel Rüden Junior, kastriert wurde Prostatakrebs diagnostiziert.
    Ich bin komplett om Boden, er musste auch 3 mal zum Tierarzt da er nicht mehr pinkeln konnte, katheder gesetzt. Der letzte Katheder war diese Woche Dienstag und bis heute Samstag geht es mit dem Urinabsatz.
    Ich habe alles in bewegung gesetzt um meinen Junior zu helfen.
    Wegen dem Urinproblem habe ich nun am Montag den 05.11.18 einen Termin bei Animal Oncology and Imaging Center (AOI Center) zur Bestrahlung in der Schweiz mit anschliesender Besprechung wie es weiter gehen soll, Chemotherapie etc.
    Ich möchte Junior noch eine schöne Zeit geben,ohne dass er leidet oder Schmerzen hat, an ein Ende darf ich gar nicht denken so viel Angst habe ich davor.
    Hat jemand von euch Tierliebhabern Erfahrung mit Prostatakrebs bei Hunden? was muss Junior evlt. noch durchmachen . Es geht Ihm derzeit gut hat Freude frisst gut und wälzt sich wie immer auf den Rücken.
    Bitte gebt mir eure Erfahrungen wenn Ihr solche habt, vielen Dank im voraus Frank und Junior aus der schweiz

  • #34

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Montag, 05 November 2018 09:50)

    Hallo Frank, leider haben Prostatatumore eine hohe Metastasierungsrate und eine allgemein schlechte Prognose. Ein Chemotherapeutisches Ansprechen ist gering und eine vollständige Entfernung der Prostata chirurgisch sehr schwer und daher kaum üblich.
    Palliativ kann man Metacam einsetzen und bei Urinabsatzbeschwerden beispielsweise über einen sog. präpubischen Katheter nachdenken. Dabei wir ein Katheter durch die Bauchdecke in die Blase gelegt, wenn die Harnröhre nicht mehr durchgängig ist, weil der Tumor drückt.

  • #35

    Frank (Dienstag, 06 November 2018 09:39)

    Sehr geehrte Frau Dr. Reuter

    Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich war nun gestern im AOI Center bei Zug in der Schweiz,und Junior wurde komplett untersucht mit Lunge Röntgen sowie ausführlichem Ultraschall mit Vermessung des Tumors sowie Lympfknoten um veränderungen zu sehen.
    Gott sei Dank hat er keine Methastasen weder in der Lunge noch in den lympknoten. Der Tumor wäre noch klein und liegt an einer günstigen Stelle wurde mir gesagt. Er bekommt ja seit letzter Woche täglich eine viertel Piroxicam und würde darauf sehr gut ansprechen ( keine Probleme mit dem Urinieren ) was ein gutes Zeichen wäre. Er hat dann seine erste Chemo intravenös erhalten und die Ärztin meint er hat gute Chancen das es in den Griff bekommen wird. Ich hoffe dies inständig damit mein Racker noch ein paar gute Jahre hat.
    Ich werde weiter berichten vielen Dank.
    Frank mit Junior

  • #36

    Gianna (Montag, 19 November 2018 12:15)

    Hallo, wenn ich all das so lese, wird mir schon mulmig, bei all den NW.
    Bei meiner Hündin wurde am 5.Nov. malignes Lymphom diagnostiziert. Sie hatte 1.Woche danach ihre erste Chemo mit Vincristine....heute erhielt sie ihre 1.von 4 Endoxan Drg....worauf muss ich jetzt achten? Am 26. erhält sie die 2. Chemo iv. mit Doxorubicin. Muss ich diese Woche noch ein Blutbild machen lassen? Hat alles einen Einfluss auf die Müdigkeit, sie sollte Ende Nov. anfangs Dez. Läufig werden, betreff sauber schlecken, auch wegen der anderen Hündin, die voraussichtlich im Dez./Jan. gedeckt wird. Auf was muss ich speziel achten?
    Besten Dank

  • #37

    Tierarztpraxis Dr. Bettina Reuter (Freitag, 23 November 2018 12:16)

    Was ist das für ein Protokoll? Beim meist gebräuchlichen CHOP wäre in der 3. Woche wieder Vincristin i.v. dran, bevor dann in Woche 4 das Doxorubicin kommt.
    Es muss vor jeder Chemo-Gabe ein Blutbild gemacht werden, um sicherzustellen, dass die Neutrophilen Granulozyten nicht zu niedrig sind. In diesem Fall muss die Chemo um einige Tage verschoben werden bis die wieder in ausreichender Zahl vorhanden sind.
    Was das Sauberschlecken angeht würde ich verfahren wie bei allen anderen Ausscheidungen.