Morbus Addison - eine oft unentdeckte Krankheit!


Hypokortizismus - Wenn die Nebenniere streikt


Was ist das?

 

Vereinfacht kann man sagen, dass es sich um eine Unterfunktion der Nebenniere handelt.

Die Nebennieren sind zwei kleine Organe, die in der Nähe der Nieren liegen. Sie produzieren zwei

Substanzen, die absolut lebensnotwendig sind: Glukokortikoide und Mineralokortikoide.


Wie kommt es dazu? 

 

Beim Morbus Addison hält das Immunsystem die Nebennieren für fremd und beginnt sie zu zerstören (Autoimmunkrankheit).

Seltenere Ursachen für Morbus Addison sind Tumore, Durchblutungsstörungen oder Infektionen.

Infolge der Zerstörung des Nebennierenrinden-Gewebes produziert dieses nicht mehr genügend Hormone.

Dadurch geraten die Kalium-, Natrium, Chlor- und Wasser-konzentrationen aus dem Gleichgewicht.


Wer ist betroffen?

 

Morbus Addison ist eine seltenere Erkrankung, die dennoch regelmäßig beim Hund und eher selten bei der Katze vorkommt.

Häufiger betroffen sind jungen bis mittelalten weiblichen Hunden.

Grundsätzlich kann sie aber in jedem Alter, bei jeder Rasse und bei jedem Geschlecht vorkommen.

Häufiger betroffen sind Standard Pudel, Flat Coated Retriever, Labrador, Rottweiler, Bearded Collie.


Wie äußert sich die Erkrankung?

 

Die Krankheit und damit auch die Symptome entwickeln sich über Wochen oder Monate.

 

Meistens zeigen die Tiere mehrere Probleme:

  • Abgeschlagenheit
  • Teilnahmslosigkeit
  • Zittern
  • häufiger Durchfall
  • Erbrechen
  • gestörter Appetit
  • Bauchschmerzen
  • Blut im Kot

Bei akuten Krisen durch Streß oder Infektionen und im Endstadium der Erkrankung werden zusätzlich folgende Symptome sichtbar: 

  • Schwäche
  • Schocksymptome mit stark erniedrigtem Blutdruck
  • Kollaps
  • Dehydratation
  • Untertemperatur
  • Unterzucker
  • verlangsamter Herzschlag, leise Herztöne, schwacher Puls     

Dieser als Addisonkrise bezeichneter Zustand stellt eine absolute Notfallsituation dar und muss umgehend tierärztlich behandelt werden.


Wie wird die Diagnose gestellt?

 

Die Addison-Krankheit lässt sich beim Hund unter anderem anhand von Blutuntersuchungen nachweisen. So ist zum Beispiel in vielen Fällen der Kaliumspiegel im Blut erhöht, während der Natriumspiegel zu niedrig ist. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, wird ein Hormon-Test (ACTH-Test) durchgeführt.

Ein weiterer Hinweis auf die Addison-Krankheit ist die Tatsache, dass sich die Beschwerden in Stresssituationen verschlimmern. Bildgebende Verfahren wie Röntgen-Untersuchungen oder Ultraschall-Untersuchungen zeigen mögliche Veränderungen an Herz und Lunge des Hundes.


Wie sieht die Behandlung aus?

 

Patienten in der Addisonkrise müssen stationär aufgenommen und über einige Tage stabilisiert werden. Diese Tiere sind in einem lebensbedrohlichen Zustand und manchmal kann man Ihnen trotz aller intensiven Bemühungen nicht helfen.

Sobald die Tiere die Krise überstanden haben wird mit der Langzeitbehandlung begonnen.

 

Tiere, die bei von Anfang an stabil sind, werden gleich mit dem Langzeitprotokoll anbehandelt.

Es werden Glukokortikoid- und Mineralokortikoidpräparate eingesetzt. Die Mineralokortikoide wurden speziell für Patienten mit Morbus Addison entwickelt. Im Vergleich zum Menschen brauchen Hunde und Katzen eher hohe Dosen. Daher ist die Behandlung relativ kostenintensiv. Es kann mehrere Monate dauern bis die richtige Dosis für den Patienten gefunden werden kann.

Die Langzeitbehandlung ist fast immer erfolgreich. 



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Kommentare: 2
  • #1

    Sabine (Sonntag, 17 Mai 2015 12:46)

    Hallo, ich finde diesen Beitrag gut und informativ. Toll, daß unsere Gruppe mit verankert ist. Wir haben einen Beagle und leben seit 2010 mit MA. Anfangs hat man dazu nichts im Netz gefunden. Dank engagierten Betroffenen, kann immer mehr Betroffenen geholfen werden.
    Liebe Grüße Sabine

  • #2

    Anonym (Samstag, 23 April 2016 15:17)

    Wie hoch sind die Kosten für die Langzeitbehandlung ?